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LED oder NDL? Grow-Lampen im großen Vergleich

  • 21. Aug.
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 23. Aug.

Wer heute eine Growbox ausstattet, steht fast immer vor derselben Entscheidung: klassische Natriumdampflampe oder moderne LED? Beide Technologien bringen Pflanzen zum Wachsen. Der Unterschied liegt in den Betriebskosten, der Wärmeentwicklung und in dem, was am Ende unter der Lampe steht. Dieser Vergleich zeigt, worauf es wirklich ankommt.

Die entscheidende Kennzahl heißt µmol/J

Watt sagt nur, wie viel Strom eine Lampe zieht — nicht, wie viel nutzbares Licht dabei herauskommt. Die relevante Größe für Pflanzenlicht ist die photosynthetische Effizienz, gemessen in Mikromol pro Joule (µmol/J). Sie beschreibt, wie viele Lichtteilchen im für Pflanzen nutzbaren Bereich (PAR, 400–700 nm) pro eingesetzter Energieeinheit erzeugt werden.

Zur Einordnung:

  • Natriumdampflampen (NDL/HPS): rund 1,3 bis 1,7 µmol/J, hochwertige Double-Ended-Modelle erreichen etwa 1,9 µmol/J

  • Moderne LED-Systeme: typischerweise 2,3 bis 3,0 µmol/J, Spitzenmodelle darüber

Praktisch heißt das: Eine gute LED erzeugt aus derselben Kilowattstunde deutlich mehr verwertbares Licht. Wer von einer 600-W-NDL auf ein LED-System vergleichbarer Lichtleistung wechselt, kommt häufig mit 350 bis 450 Watt aus.

Was das auf der Stromrechnung ausmacht

Ein Rechenbeispiel für eine Blütephase von zwölf Wochen bei 12 Stunden Licht pro Tag:

600 W NDL

400 W LED

Laufzeit

12 h/Tag

12 h/Tag

Verbrauch pro Tag

7,2 kWh

4,8 kWh

Verbrauch in 12 Wochen

ca. 605 kWh

ca. 403 kWh

Kosten bei 0,30 €/kWh

ca. 181 €

ca. 121 €

Rund 60 Euro Ersparnis pro Durchgang, und das ohne die indirekten Effekte. Denn NDL geben einen großen Teil ihrer Energie als Strahlungswärme ab. In kleinen Boxen bedeutet das im Sommer oft: stärkere Abluft, längere Laufzeiten der Lüfter, manchmal sogar eine Klimalösung. Diese Zusatzkosten tauchen in keinem Datenblatt auf, sind aber real.

Wo NDL weiterhin punkten

Ehrlich bleiben gehört dazu — die alte Technik hat Argumente:

  • Anschaffungspreis: Ein komplettes NDL-Set kostet einen Bruchteil eines gleichwertigen LED-Systems.

  • Wärme als Feature: In einem ungeheizten Keller oder einer Garage im Winter ist die Abwärme kein Problem, sondern hält die Wurzelzone auf Temperatur.

  • Einfache Ersatzteile: Leuchtmittel sind günstig und in jedem Growshop erhältlich.

Der Haken: Der Lichtstrom von Leuchtmitteln lässt spürbar nach. Nach etwa 8.000 bis 10.000 Betriebsstunden — je nach Nutzung ein bis zwei Jahre — sollte getauscht werden, auch wenn die Lampe noch leuchtet. Diese laufenden Kosten rechnet man gern heraus.

Lebensdauer und Amortisation

Qualitäts-LEDs sind auf 50.000 Betriebsstunden und mehr ausgelegt, bis sie auf 90 Prozent ihrer Ausgangsleistung abfallen (L90). Bei 12 Stunden täglich sind das über elf Jahre. Die höheren Anschaffungskosten verteilen sich also auf viele Durchgänge.

Als grobe Faustregel amortisiert sich der Mehrpreis eines LED-Systems gegenüber NDL nach etwa vier bis acht Durchgängen — je nach Strompreis, Boxgröße und wie stark die Kühlung bei NDL ins Gewicht fällt.

Lichtspektrum: Vollspektrum statt Umstecken

Bei NDL arbeitet man klassisch mit zwei Leuchtmitteln: Metallhalogendampf (kühleres, blaulastiges Licht) für die Wachstumsphase, Natriumdampf (warmes, rotlastiges Licht) für die Blüte. Das funktioniert, bedeutet aber Umstecken und zwei Leuchtmittel im Regal.

Moderne LED-Systeme setzen auf ein Vollspektrum, das den gesamten Zyklus abdeckt. Weiße LED-Chips mit ergänzenden roten Dioden bilden ein breites, sonnenähnliches Spektrum ab. Für die Pflanze ist das unkomplizierter, für Sie entfällt der Wechsel. Ein angenehmer Nebeneffekt: Unter weißem Licht erkennen Sie Mangelerscheinungen, Schädlinge und Verfärbungen sofort — unter orangefarbenem Natriumlicht sieht jedes Blatt gleich aus.

Die richtige Leistung für Ihre Fläche

Statt in Watt zu denken, orientieren Sie sich an der Lichtmenge, die auf der Pflanzenfläche ankommt (PPFD, gemessen in µmol/m²/s):

  • Stecklinge und Jungpflanzen: 200–400 µmol/m²/s

  • Wachstumsphase: 400–600 µmol/m²/s

  • Blütephase: 600–900 µmol/m²/s

Für die gängigen Boxgrößen ergeben sich damit als Richtwerte für effiziente LED-Systeme:

  • 60 × 60 cm: ca. 100–150 W

  • 80 × 80 cm: ca. 150–250 W

  • 100 × 100 cm: ca. 250–350 W

  • 120 × 120 cm: ca. 350–500 W

Wichtig ist die gleichmäßige Ausleuchtung. Ein einzelner kompakter Leuchtkörper in der Mitte erzeugt einen hellen Kern und dunkle Ecken. Systeme mit mehreren Lichtleisten verteilen dieselbe Leistung über die Fläche und liefern deutlich homogenere Ergebnisse — der Grund, warum Leistenbauweisen wie die von SANlight sich im Growbereich durchgesetzt haben.

Abstand und Dimmung

LEDs dürfen näher an die Pflanzen als NDL, weil sie kaum Strahlungswärme nach unten abgeben. Übliche Abstände liegen zwischen 30 und 50 cm, abhängig von der Leistung — die Herstellerangabe ist hier maßgeblich.

Ein dimmbares Vorschaltgerät ist mehr als Komfort: In der Anzuchtphase fahren Sie auf 40 bis 50 Prozent herunter, um junge Pflanzen nicht zu überfordern, und gehen zur Blüte hoch. Das spart Strom und verhindert Lichtstress. Wer die Wahl hat, sollte Dimmbarkeit nicht als Extra abtun.

Das Fazit

Für alle, die regelmäßig anbauen und auf die Betriebskosten schauen, ist LED heute die klar bessere Wahl: weniger Strom, weniger Wärme, kein Leuchtmittelwechsel, bessere Kontrolle über die Lichtintensität. NDL bleibt eine legitime Option für den kleinen Einstiegsbudget-Aufbau oder für kühle Standorte, an denen die Abwärme willkommen ist.

Wenn Sie beim Umstieg unsicher sind, welche Leistung zu Ihrer Fläche passt: In unserer LED-Kategorie finden Sie Systeme für alle gängigen Boxgrößen — und bei Fragen zur Auslegung erreichen Sie uns direkt über Kundenservice & Kontakt.

 
 
 

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